Aus Liebe zu den Menschen

Schwesternschaft in Augsburg

Wenn es Sie interessiert, wer hinter dem Namen „diako“ steckt, lesen Sie hier über unsere Schwesternschaft:

Wer sind „die Diakonissen“ und wie kam es zur Schwesterngemeinschaft?

Sind Diakonissen evangelische Nonnen?

Wie würde eine Diakonisse die Schönheit ihres Schwesternlebens beschreiben?

Welchen Schatz verliert unsere Kirche und was gewinnt sie neu, wenn die Diakonissen (in der altbekannten Form) aussterben?

Antworten dazu finden Sie hier

Wer sind die Augsburger Diakonissen?

Zur Zeit verbringen alle 52 Schwestern ihren „Feierabend“ in unseren Häusern in der Frölichstraße in Augsburg. Jede Schwester hat sich ihre eigene Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft gesucht und sei es „nur“ die Fürbitte für unser Werk, oder das Gebet für den Frieden in der Welt.

Viele Menschen, die bei uns aus und ein gehen, sagen: „Wir spüren, dass wir im diako in einem umbeteten Raum angekommen sind.“

Besondere Merkmale eines Schwesternlebens:

Die Schwestern geben sich bewusst mit ihrer Tracht, ihren weißen Hauben und ihrem silbernen Kreuz als Diakonissen in der Öffentlichkeit zu erkennen. Damit zeigen sie, dass sie nicht – wie früher üblich - „unter der Haube“ einer eigenen Familie sind, sondern frei sind für ihre „Dienstfamilie“.

So waren die Schwestern auch frei, ihren Dienst dort zu tun, wo es von der Gemeinschaft für sie bestimmt wurde.

Sie haben früher auf eigenes Einkommen verzichtet und werden heute gemeinschaftlich versorgt.

Wie kam es dazu, dass die Schwesterngemeinschaften entstanden sind?

Dazu ein kurzer Ausflug in die Geschichte des 19. Jahrhunderts:

Die Not war groß in den neuentstandenen Industrievorstädten Deutschlands. Wer bei Kräften war, wer neue Chancen witterte, um der Armut zu entkommen, ließ sich in den Fabriken anheuern. Allerdings blieben Kinder unbeaufsichtigt, Alte und Kranke fristeten ihr Dasein unter unmenschlichen Lebensbedingungen.

Auf diese Not antwortete der Gemeindepfarrer Theodor Fliedner in Kaiserswerth bei Düsseldorf mit seiner Idee, Frauen als Pflegerinnen und Erzieherinnen in eine Schwesterngemeinschaft zu rufen. Er nutzte und gestaltete auf seine Weise die zarten Keime der Frauenbewegung. Ihm war klar, dass die Frauen in ihrem Dienst mitten in den sozialen Brennpunkten eine intensive Begleitung und Stärkung brauchen. Er suchte Interessierte, die bereit waren, sich gegenseitig in der Gemeinschaft zu fördern und zu begleiten. In einer intensiv gelebten Frömmigkeit sah er die Mitte, die sie dabei tragen und nähren kann.

Als die ersten Frauen eintraten, versprachen sie vor Gott und ihren Mitschwestern, ihre Kraft als „Dienerinnen“ einzubringen (Diakonie = Gott und dem Menschen dienen).

Darin unterscheiden sich Ordensfrauen von Diakonissen. Denn Klöster waren ursprünglich besondere Orte des Gebets, der Meditation, der Hingabe an Gott. Nur wenige Orden haben sich für die soziale Frage so stark geöffnet, wie die Diakonissenbewegung.

Schönheit des Diakonissenlebens

Für viele Schwestern ist das schönste Geschenk ihres Lebens, dass sie sich getragen wissen: Die Gemeinschaft mit den anderen stärkt ihren Rücken und hält ihnen den Rücken für andere frei.

Sie wissen sich eingewurzelt in den christlichen Glauben. Indem sie täglich in der Bibel lesen, beten und singen, spüren sie, wie sie innerlich wachsen dürfen.

Wer sich gehalten weiß, traut sich zu, sich weit aus dem Fenster zu lehnen: für Schwache, für Kranke, für Alte, für Kinder. Heute noch genauso wie damals, als die Schwestern in vielen Gemeinden und diakonischen Einrichtungen in Bayern aktiv im Dienst standen.

Welchen Schatz verliert unsere Kirche? Was gewinnt sie neu?

Unsere 52 Diakonissen haben als junge Schwestern gern der Ehelosigkeit, dem Tragen ihrer Tracht und dem gemeinsamem Besitz zugestimmt. Jetzt erleben sie: Ihr Lebensmodell ist „unmodern“ geworden. Denn Frauen können sich – anders als früher - selbständig in ihren Berufen entwickeln und werden von vielen Seiten gefördert, ohne die Verpflichtungen einer Gemeinschaft eingehen zu müssen.

Dennoch gibt es viele Menschen, die in unseren Tagen auf ihre Weise die Idee der Schwestern weitertragen. Dieser Geist stirbt nicht mit der letzten Diakonisse! Im diako sind wir immer wieder überrascht, in welcher Vielfalt Mitarbeitende im Diakonat ihren Glauben in ihren Arbeitsalltag einbringen! Lesen Sie dazu mehr über „das Diakonat“…

Trotzdem verliert unsere Kirche einen Kristallisationspunkt für viele Glaubensfragen. Durch ihre sichtbare, entschiedene Lebensform sind Schwestern immer Vorbilder (gerade in aller menschlicher Schwäche); sie bieten Schutzraum, den eigenen Glauben auszuprobieren; sie trauen sich, Dinge für möglich zu halten und auszusprechen, die aus dem Gebet heraus gedacht werden dürfen.

Und deshalb halten wir es für möglich, dass neue Formen, neue Ideen in unserem Mutterhaus schlummern und irgendwann ins Leben aufgeweckt werden könnten.

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